das Bild zeigt kristallklares Wasser in einem Schwimmbecken und eine Blüte eines Tempelbaumes

Optimale Wasserpflege – Methoden und Mittel

pH Wert, Redoxwert

Wenn der pH Wert bestimmt ist, muss  dann auch noch der Redox Wert gemessen werden? Was ist der Redox Wert überhaupt? Wie misst man den Redox Wert? Womit misst man den Redoxwert? Sind Redox Wert und pH Wert ein und dasselbe? Wie oft muss ich den Redoxwert messen? Welche modernen automatischen Wasserpflegesysteme machen Sinn oder ist es nicht besser wie eh und je 1 x die Woche den pH Wert manuell zu überprüfen, ggf. zu justieren und dann zu chloren?

Für den Laien klingen diese Fragen eher wie Jäger- bzw. Poollatein, für den ambitionierten Schwimmbadbesitzer ist es wichtig möglichst viele Werte zur Bestimmung der Wasserqualität zu erhalten.

 

Redoxmessung, Redox Wert Bestimmung

Die Redoxmessung ist das Verfahren zur Bestimmung der Wirksamkeit der Wasserdesinfektion und gibt Auskunft über das Verhältnis von Desinfektionsmittel zu organischen Verunreinungen. Der Redox Wert bzw. die Redoxspannung zeigt an wie schnell Keime vom Desinfektionsmittel abgetötet werden können. Da der pH Wert erheblichen Einfluss auf den Redoxwert hat, ist dieser nur unter ähnlichen Bedingungen vergleichbar und berechnet sich wie folgt:

rH = 2*pH + (2*eH)/59,1  (rH = Redox Wert, eH = Redox Potential in mV (Milivolt), pH = pH Wert)

Verfügt beispielsweise das Wasser im Becken über einen pH Wert von 7,0 und ein Redox-Potential von 28 mV ergibt hier ein Redox-Wert von 14,95 rH.

Klingt kompliziert, ist aber einfach! Im Grunde machen sich hauptsächlich automatische Chlor- und Sauerstoffdosieranlagen sowie Salzelektrolyseanlagen den gemessenen Redoxwert zu Nutze. Mit der Bestimmung des Redoxwertes sind sie in der Lage die Desinfektionsmittel schnell an Veränderungen der Wasserqualität anzupassen. Vereinfacht gesagt, die Desinfektionsleistung wird erhöht, wenn mehr Schmutz und Keime ins Wasser gelangen, oder verringert, wenn sich so gut wie keine Keime im Wasser befinden.

Nichtsdestotrotz sollte man sich nicht allein auf den Redoxwert zur Bestimmung der Wasserqualität verlassen.  Regelmäßige manuelle Messungen des Chlorgehalts sind nach wie vor erforderlich. Zum Einen weil der Redox Wert keine Auskunft über den tatsächlichen Chlorgehalt gibt und zum Anderen weil auch elektrische Messsysteme falsche Werte wiedergeben können. Die Redoxsonde muss daher auch unbedingt regelmäßig kalibriert werden.

 

Mess-, Regel- und Dosiertechnik

Auch der modernste Dosierautomat mit allerneuester Sensortechnologie benötigt beim Start manuelle Hilfe. Das Schwimmbadwasser immer zuerst händisch mit herkömmlichen Chlor- und pH-Präparaten auf die gewünschten Werte einstellen, damit der Redoxwert ermittelt werden kann. Diesen Wert dann als Sollwert einstellen und mitunter nachkontrollieren, insbesondere dann wenn sich die Wassertemperatur erheblich verändert. Bei neu befüllten Becken gilt zudem abzuwarten, bis sich die Wasserwerte stabilisiert haben, da besonders der pH Wert anfänglich zu großen Schwankungen neigt.

 

Messwertkontrolle

„Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ (Vladimir Ilyich Ulyanov, genannt Lenin)

Ob nun Chlor- und oder Sauerstoffdosieranlage oder Salzelektrolyseanlage – jedes automatische Mess- und Dosiersystem erfordert manuelle Kontrolle, bzw. ein manuelles Nachmessen um stets beste Wasserwerte zu garantieren. Denn auch wenn Dosierautomaten den Ist- mit dem Sollzustand der Wasserbedingungen permanent selbstständig erfassen und abgleichen, sowie die entsprechende Menge des notwendigen Pflegemittels in das Wasser geben, Messfehler durch defekte Sensoren können nie ganz ausgeschlossen werden.

Manuelle Kontrolle ist immer erfoderlich!

 

das Bild zeigt ein Testkit um den Chlor und pH Wert im Schwimmbadwasser zu messendas Bild zeigt ein AquaCheck Testgerät in einer Blisterverpackung

Manuelle Dosierung – die beste Wasserpflege?

Die Wasseraufbereitung mit oder bzw. durch Chlor ist nach wie vor die gängigste und auch die älteste Methode das Wasser im Pool und Schwimmbecken vor Keimen und Bakterien zu schützen. Chlor ist als Granulat, in Tablettenform oder flüssig in Kanistern erhältlich und wird entweder mittels Dosierschwimmer (bei kleineren Becken) oder direkt in ausreichender Menge in das Becken gegeben. Dort löst es sich dann langsam auf und entfaltet seine desinfizierende Wirkung. Hierbei gilt es immer den pH Wert, der vor der Eingabe von Chlor zu überprüfen und einzustellen ist, im Auge zu behalten. Der pH Wert kann mit Testkits (Phenol Red Tabletten oder Tropfen) als auch mit Teststreifen und elektronischen Messgeräten einfach und schnell erfasst und bestimmt werden. Der pH Wert ist insofern wichtig, weil Chlor bei einem pH Wert > 8,6 keine desinfizierende Wirkung mehr hat, es ist dann völlig nutzlos!

Nutzungsintensität- und Intervalle, Witterungseinflüsse und der Grad organischer Verschmutzung haben großen Einfluss auf den pH Wert und den Chlorgehalt im Wasser, so daß ein regelmäßiges Messen der Wasserwerte erforderlich ist, damit sich diese in einem ausgewogenen Verhältnis bewegen.

Den Chlorwert bestimmt man ebenfalls mit dem vorhandenen Test Equipment um ein zu wenig oder ein zu viel an Chlor zu vermeiden. Zu wenig bedeutet, Keime, Mikrobakterien und Algen im Wasser. Zu viel bedeutet, daß allergische Reaktionen oder Reizungen der Schleimhäute beim oder nach dem Schwimmbad Besuch auftreten können.

 

Vorteile manueller Dosierung

+ flexibel (anstelle von Chlor ist die Umstellung hin zu Desinfektionsmitteln auf Sauerstoffbasis möglich)

 

Nachteile manueller Dosierung

– sehr zeitintensiv
– nicht sehr präzise
– ständige Nachkontrolle erfoderlich

 

Vollautomatische Dosieranlage
– die beste Wasserpflege?

Eine automatische Dosieranlage für die klassische Wasseraufbereitung mit Chlor misst den pH- und Redox Wert und gibt bei Bedarf Pflegemittel ins Beckenwasser. Das garantiert stets gleich bleibende Wasserqualität und schafft Freiraum für andere Dinge. Ein solcher Dosierautomat vergleicht den Ist- mit dem Sollzustand der für das Beckenwasser definierten Parameter und gibt dann bei Bedarf genau die benötigte Menge Pflegemittel, in der Regel pH Senker oder Flüssigchlor aus Kanistern, mittels einer Dosierpumpe an das Wasser ab.

Alternativ bieten einige Dosierautomaten geschlossene Systeme an, bei denen anstelle von Flüssigchlor Chlorgas das Wasser desinfiziert. Da ein Vakuum das Dosiersystem sichert, ist es nahezu unmöglich das Gas austritt und somit entfällt das Risiko, das beim Wechseln der Kanister stark ätzende Chlordämpfe entweichen.

Völlige Autarkie in der Wasserpflege wird mit einer zusätzlichen Flockmittel Dosieranlage bzw. automatischen Flockungsanlage erreicht, die sich automatisch um die Zugabe von Flockungsmittel in flüssiger Form kümmmert!

 

Vorteile einer vollautomatischen Dosieranlage

+ hochpräzise Dosierung, dadurch geringerer Einsatz von Pflegemitteln
+ einmal eingestellt, hat das Wasser kaum Nachjustierungsbedarf
+ Remote Control mit APP möglich
+ flexibel (anstelle von Chlor ist die Umstellung hin zu Desinfektionsmitteln auf Sauerstoffbasis möglich)

 

Nachteile einer vollautomatischen Dosieranlage

– Redoxsonden mitunter anfällig für fehlerhafte Messergebnis
– Manuelle Zwischenkontrollen erfoderlich

 

Salzelektrolyse – die beste Wasserpflege?

Das Prinzip einer Salzelektrolyse Anlage ist wie folgt: Durch einen Elektrolysevorgang spaltet sich Salz (Poolsalz besteht in der Regel aus gereinigtem Kochsalz (NaCl)) in die Bestandteile Natron und Hypochloridgas auf. Das Chloridgas reagiert ähnlich wie sein Verwandter das Chlor mit Bakterien und Mikroorganismen. Nebenprodukte dieser chemischen Reaktion verbinden sich wieder mit dem vorher freigesetzten Natron zu Salz, so daß ein relativ geschlossener Kreislauf entsteht.

Der Salzgehalt von 0,3 bis 0,5% entspricht in etwa der gleichen Konzentration wie der von Weltmeeren. Einmal befüllt reicht die Salzmenge einer Salzelektrolyse Anlage gut und gerne für ca. 6 Monate und kommt in der Regel ohne weitere andere chemische Mittel aus. Allerdings geht durch Verdunstung und Spritzwasser immer wieder Wasser verloren, so daß bei Frischwasserzufuhr ebenfalls der Salzgehalt geprüft und ggf. nachgefüllt werden sollte. Eine Salzelektrolyse Anlage lässt sich durch einen Bypass in bestehende Pools und Schwimmbecken integrieren. Ein nachträglicher Einbau ist möglich.

 

Vorteile einer Salzelektrolyse Anlage

+ weniger Chloramine
+ umweltschonend
+ sehr hautverträglich
+ einmal eingestellt, hat das Wasser kaum Nachjustierungsbedarf
+ Beckenwände bleichen nicht so schnell aus

 

Nachteile einer Salzelektrolyse Anlage

– Redoxsonden mitunter anfällig für fehlerhafte Messergebnisse
– Wirkungsgrad etwas geringer als bei konventioneller Methode
– Manuelle Zwischenkontrollen immer erfoderlich

 

Dosierautomaten im Shop

Hygiene – Wie wird Chlorgeruch vermieden?

Schweiß, Hautschuppen und Haare bilden Harnstoffe im Wasser. Diese reagieren mit Chlor und es entstehen sogenannte Chloramine, welche den typischen Chlor Geruch in der Nähe eines Pools ausmachen. Eine Dusche vor dem Sprung in den Pool reduziert das Enstehen von Chloraminen erheblich!

 

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